Berlin Postkolonial

VEREIN

 

 

Zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen der Bundesrepublik haben sich vor allem seit 2004, als sich die Berliner Afrika-Konferenz und der Beginn des deutschen Kolonialismus zum 120. Mal jährten, für eine kritische Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit der deutschen Kolonialvergangenheit eingesetzt. Anlässlich des 100jährigen Gedenkens an den Völkermord im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika (1904-08) und an den Maji-Maji-Krieg im einstigen Deutsch-Ostafrika (1905-07) forderten sie die umfassende Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus und der historischen Wurzeln des gesellschaftlichen Rassismus.

Von der Bundesregierung erwarten diese Initiativen ein klares Bekenntnis zur historisch-politischen Verantwortung für die Verbrechen der deutschen Kolonialzeit. Sie betrachten dies als Grundvoraussetzung für jede gleichberechtigte Partnerschaft und für ein vorurteilsfreies Verhältnis zwischen den Menschen.

Im Sinne eines kontinuierlichen Engagements für eine antirassistische und kolonialismuskritische Kultur der Erinnerung in Berlin-Brandenburg hat sich im Juli 2007 der Verein Berlin Postkolonial gegründet. Seine Mitglieder bemühen sich um die kritische Aufarbeitung der regionalen Kolonialgeschichte in ihrer globalen Dimension sowie um die Offenlegung postkolonialer und rassistischer Denk- und Gesellschaftsstrukturen der Gegenwart. Dabei sucht Berlin Postkolonial die Zusammenarbeit mit gleich gesinnten Initiativen vor Ort sowie die Vernetzung mit weiteren Postkolonial-Gruppen der Bundesrepublik.

Die Gründung von Berlin Postkolonial e.V. geht auf Menschen verschiedener Organisationen, auf Menschen aus Deutschland und aus den ehemaligen deutschen Kolonien zurück. Gerade wegen unserer unterschiedlichen Interessen, Perspektiven und Kompetenzen wollen wir das Thema gemeinsam bearbeiten und in die Öffentlichkeit tragen.