Berlin Postkolonial

Projekt 2016/17

Mboro

 

Just Listen

 

Globalgeschichte(n) von unten und zivilgesellschaftlicher Dialog

 

Der europäische und der deutsche Kolonialismus hatten nicht nur auf die kolonisierten Gesellschaften, sondern auch auf die hiesigen Denk- und Gesellschaftsstrukturen weitreichende Auswirkungen. Bis heute prägt der Kolonialrassismus das Zusammenleben der Menschen weltweit. Dennoch und gerade deshalb finden die Themen Kolonialismus und Kolonialrassismus in Europa und den USA wenig Beachtung: Nicht gern spricht der Westen über die Zeit seiner gewalttätigen Expansion, über Versklavungshandel und Genozid - schon gar nicht mit den Nachfahren der Kolonisierten selbst.

Das Projekt „Just Listen. Globalgeschichte(n) von unten und zivilgesellschaftlicher Dialog“ will dazu beitragen, diese Lücke zu füllen und stellt dabei die Perspektiven der Nachfahren Kolonisierter und von Rassismus Betroffener in den Mittelpunkt.

Der Verein wird jeweils zum Internationalen Tag zur Erinnerung an den Versklavungshandel und seine Abschaffung ein Fest zur Umbenennung der Berliner M*straße organisieren.

Außerdem realisiert Berlin Postkolonial in Kooperation mit AfricAvenir International und den Bündnissen "Völkermord verjährt nicht" sowie "No Humboldt 21" zwei transnationale Konferenzen zu den Themen „Restorative Justice - Positionen der Herero und Nama zum Genozid 1904-08“ (Herbst 2016) und „Colonial Heritage - dekoloniale Perspektiven auf geraubte Kulturobjekte und menschliche Gebeine“ (Herbst 2017).

Gemeinsam mit Afrika-Hamburg.de und dem Bündnis "Decolonize Bremen" werden wir zudem das Ausstellungsprojekt "freedom roads! koloniale straßennamen | postkoloniale erinnerungskultur. Geschichte, Kunst und Beteiligung" umsetzen, das ab Februar 2017 in Bremen zu sehen sein wird.

Für interessierte Gruppen und Einzelpersonen bieten wir Fortbildungsrundgänge durch das postkoloniale Berlin mit erfahrenen Referent_innen an.

Gruppen bitten wir um eine Buchungsanfrage (mit Wunschtermin(en), Teilnehmendenzahl und -alter, etc.).

Die öffentlichen Führungen für einzelne Interessierte werden von engagierten afrodeutschen Künstlerinnen begleitet und finden in Kooperation mit dem Antirassistisch-Interkulturellen Informationszentrum ARiC e.V und dem Institut für diskriminierungsfreie Bildung IDB statt (Projekt "Hier und Jetzt! Kolonialismus und Kolonialrassismus im Unterricht").

* gemeint ist die kolonialrassistisch bezeichnete "Mohrenstraße"

 

Programm 2016

 

Uhuru heißt Freiheit! Von der Peters- zur Maji-Maji-Allee

Samstag, 02.04.2016, 13 Uhr

Treffpunkt: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Mnyaka Sururu Mboro & Zaida Horstmann

 

Penduka – Wake Up! Von Lüderitz zum Völkermord

Samstag, 30.04.2016, 13 Uhr

Treffpunkt: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Israel Kaunatjike & Zaida Horstmann

 

Penduka – Wake Up! Auf dem Weg zum Manga-Bell-Platz

Samstag, 28.05.2016, 13 Uhr

Treffpunkt: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Marie Bilo Anona & Zaida Horstmann

 

Retracing Freedom – Widerstand und koloniale Gegenwart in Berlins Mitte

Samstag, 25.06.2016, 13 Uhr

Treffpunkt: Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6

Abdel Amine Mohammed & Christian Kopp

 

Frauen im Kolonialismus

Samstag, 23.07.2016, 13 Uhr

Treffpunkt: Institut für Europäische Ethnologie, M*straße 40/41

Jacqueline Mayen & Zaida Horstmann

 

3. Fest zur Umbenennung der M*straße

(Internationaler Tag zur Erinnerung an den Versklavungshandel und seine Abschaffung)

Sonntag 21.08.2016  15 Uhr

Treffpunkt: U-Bhf. M*straße

 

Penduka – Wake Up! Auf dem Weg zum Manga-Bell-Platz

Samstag, 27.08.2016, 13 Uhr

Treffpunkt: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Marie Biloa Onana & Stefanie-Lahya Aukongo

 

Retracing Freedom – Widerstand und koloniale Gegenwart in Berlins Mitte

Samstag, 08.10.2016, 13 Uhr

Treffpunkt: Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6

Joshua Kwesi Aikins & Chantal Fleur Sandjon

 

Die Teilnahmegebühr für die Rundgänge beträgt 8 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Projektkoordination: Christian Kopp 

Dank an: Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ), Engagement Global/BMZ, Stiftung Nord-Süd-Brücken