Aufruf zum 9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Menschenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt

28. Februar 2015 um 11 Uhr

Das Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB) veranstaltet am 28.02.2015 in Berlin den 9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonialismus und rassistischer Gewalt. Dieser Gedenkmarsch wurde ins Leben gerufen, um der Forderung nach Anerkennung der Verbrechen gegen Schwarze Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft Nachdruck zu verleihen.

Als Datum für diesen jährlichen Gedenktag haben wir den letzten Samstag im Februar (Ende der Berliner Afrika-Konferenz von 15. Nov. 1884 - 26. Feb. 1885) ausgewählt, auf der Afrika vor 130 Jahren unter den europäischen Kolonialmächten willkürlich aufgeteilt wurde. Völkermorde, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Zwangsarbeit, kulturelle Genozide, politische und ökonomische Ausbeutung und Unterdrückung sind die verheerenden Folgen des Kolonialismus. Mehr als 30 Millionen Afrikaner wurden Opfer von Versklavung und kolonialer Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die von Deutschland an den Herero und Nama begangenen Völkermorde in Namibia und die Kriegsverbrechen  in Tansania (Maji-Maji-Krieg) warten immer noch auf offizielle Anerkennung. Hunderttausende Menschen afrikanischer Herkunft sind auf Seiten der Alliierten für die Befreiung Deutschlands vom Naziregime gefallen. Schwarze Deutsche wurden von den Nazis zwangssterilisiert oder in den Konzentrationslagern ermordet.

Trotz internationaler Verpflichtungen (UN-Erklärung von Durban 2001) gibt es in Berlin jedoch immer noch keine Gedenkstätte für die afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonisierung und Naziverbrechen und es sind bis heute nur wenige Schritte zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte unternommen worden.

So tragen zahlreiche Straßen noch immer die Namen von Kolonialverbrechern und den Profiteuren der Versklavung. So hält Berlin gegen den erklärten Willen der afrikanischen Community bis heute an der rassistischen Bezeichnung der „M-Straße“ fest, die auf den Brandenburger Handel mit Versklavten zurückgeht. So will die Bundesregierung 2019 das Humboldt-Forum im Berliner Schloss eröffnen, in dem die wertvollsten Kulturschätze, die sich die deutschen Kolonialherrscher angeeignet haben, präsentiert werden sollen. So verweigert Deutschland bis heute die Rückgabe Tausender menschlicher Gebeine, die während der Kolonialzeit in Afrika und anderen Teilen der Welt für rassistische Forschungen geraubt wurden.

Seit dem ersten Marsch 2006 haben sich jedes Jahr mehr Menschen an unserem Gedenkmarsch beteiligt - im letzten Jahr waren mehrere Hundert dabei. Wir rufen Euch auf, auch 2015 gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen und unsere Forderung nach einem zentralen Denkmal zu unterstützen: Die Opfer von Versklavung, Kolonialismus und rassistischer Gewalt dürfen nicht vergessen sein!

Gedenkmarsch: 28.02.2015 um 11:00 Uhr

Treffpunkt: Wilhelmstr. 92 , 10117 Berlin

Shrine for the Forgotten Souls

Shrine of the Forgotten Souls - Denkmalsentwurf von Satch Hoyt, Copyright by JOLIBA e.V.

Marschstrecke: Kranzniederlegung an der Gedenktafel der Aufteilung Afrikas an der Wilhelmstr. 92 - M-Straße - Auswärtiges Amt – Lustgarten vor dem Humboldt-Forum

Wenn Sie die Arbeit vom Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin unterstützen möchten, können Sie gern Ihre Spenden auf folgendes Konto überweisen: Kontoinhaber:

Afrika-Rat, Konto Nr. 702242, BLZ 210 602 37, Evangelische Darlehensgenossenschaft, Kennwort: Denkmal

Mitveranstalter: Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland  (Afrika-Rat - Dachverband afrikanischer Vereine und Initiativen Berlin Brandenburg,  Afrikanischer Dachverband Norddeutschland - ADV-Nord, Afrikarat Norddeutschland, Arbeitskreis Panafrikanismus München, Afrikabund Hamburg, Pan-African Women Liberation & Empowerment Organisation - PAWLO Germany e.V., Global Afrikan Congress)  Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund), The voice refugees, Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, AFROTAK TV cyberNomads, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag BER, Berlin Postkolonial, AfricAvenir International, Black Nation Germany und Joliba.

FÄLLT AUS: "Fenster zur Welt oder koloniale Trophäenschau? Das Humboldt-Forum in der Diskussion"

Mittwoch, 20. März 2013  15 Uhr

Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft?

Erinnerungsfarce am Columbiadamm in Berlin-Neukölln

Anlässlich des Besuchs einer hochrangigen Parlamentarierdelegation aus Namibia und des anstehenden UN-Gedenktages gegen Rassismus, der auch der namibische Unabhängigkeitstag ist (21.3.), werden wir am Mittwoch, 20. März um 15 Uhr am so genannten "Namibia-Gedenkstein" auf dem Friedhof Columbiadamm (Berlin-Neukölln) gemeinsam mit den Gästen der Opfer des Genozids an den widerständigen Herero und Nama gedenken. Das einladende zivilgesellschaftliche Bündnis "Völkermord verjährt nicht!" hat sich 2011 anlässlich der ersten Rückführung gestohlener menschlicher Überreste nach Namibia gebildet und setzt sich für eine Entschädigung der damals enteigneten Herero, Nama, Damara und San ein. Die Bundesregierung hat die Anerkennung des Genozids, eine Bitte um Entschuldigung und Reparationsleistungen vor genau einem Jahr abgelehnt.

Der Erinnerungsort in Neukölln steht exemplarisch für Deutschlands fehlende Bereitschaft, sich konsequent mit Kolonialismus und Rassismus auseinanderzusetzen: Ein massiver, aufrecht stehender Gedenkstein ehrt sieben weiße Berliner Soldaten, die sich freiwillig am kolonialen Genozid 1904-08 beteiligt haben - und würdigt zudem Hitlers "Afrikakorps". Davor liegt ein kleiner Gedenkstein für die afrikanischen Opfer des "Kolonialkrieges 1904-07". Die Inschrift des 2009 errichteten, beschämenden Mahnmals wurde vom Auswärtigen Amt zensiert. Weder die Anzahl der ermordeten Männer, Frauen und Kinder noch ihre afrikanische Herkunft oder das Wort "Genozid" wurden vermerkt. Erlaubt wurde der Satz Wilhelm von Humboldts: "Nur wer die Vergangenheit kennt hat eine Zukunft".

 

Diskussion am 22.10.Preußischer Kulturbesitz?

Postkoloniale und entwicklungspolitische Perspektiven auf das Humboldt-Forum - Zum Umgang mit Kulturgütern und Human Remains aus der Kolonialzeit

 

Diskussionsveranstaltung


Di 22. Oktober 2013

18:00 – 21:00 Uhr

Werkstatt der Kulturen

Wissmannstr. 32

U-Bhf. Hermannplatz


Die Veranstaltung thematisiert den Umgang mit Kulturgütern und menschlichen Überresten

(Human Remains), die während der Kolonialzeit nach Berlin gebracht wurden. Dabei wird es

um die Aneignungsumstände gehen, um die Auswirkungen des kulturellen Verlusts auf die

Herkunftsgesellschaften sowie um die Legitimität von Rückgabeforderungen seitens der

Herkunftsländer – das alles vor dem Hintergrund der Planungen für das Humboldt-Forum.


Dieses soll 2019 im derzeit wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss eröffnet werden und

die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst

beherbergen, die beide zur „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ gehören.


18.00 – 19.00 Uhr

Podiumsgespräch zum Umgangs mit Human Remains


mit Ida Hofmann (Vorsitzende des „Nama Technical Committee“, Komitee der Nama zur

Aufarbeitung des von Deutschland verübten Genozids in Namibia)

Moderation: Prof. Dr. Reinhart Kößler (Arnold-Bergstraesser-Institut Freiburg).


19:00 – 21:00 Uhr

Podiumsdiskussion zum Humboldt-Forum


Dr. Larissa Förster (Universität Köln, Ethnologin)

Dr. Kien Nghi Ha (Universität Bremen, Politologe und Kulturwissenschaftler)

Dr. Peter Junge (Ethnologisches Museum Berlin, Leiter der Afrika-Abteilung) (angefragt)

Belinda Kazeem (Universität Wien, Kulturtheoretikerin und freie Autorin)

Moderation: Armin Massing (BER).


Eine Veranstaltung des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags im Rahmen der Kampagne

„No Humboldt 21!“, welche die derzeitigen Planungen zum Humboldt-Forum aus entwicklungs-

politischer und postkolonialer Perspektive kritisiert. Die Kampagne wird von 80 migrantisch-

diasporischen sowie entwicklungspolitischen NRO aus Deutschland sowie anderen Ländern

mitgetragen.

 

Mehr>>zum Programm


Ida HoffmannNo Amnesty on Genocide!

Namibias Kampf um Anerkennung und Wiedergutmachung für den Völkermord 1904-08


Dialogforum mit Ida Hoffmann (Namibia)



Do 24. Oktober 2013

19 Uhr

Haus der Demokratie und Menschenrechte

(Robert-Havemann-Saal)

10405 Berlin

Greifswalder Straße 4


Über 100 Jahre nachdem die kaiserliche „Schutztruppe“ in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika

den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts verübte und Gebeine der Ermordeten für rassistische

„Forschungszwecke“ nach Deutschland verschiffen ließ, müssen die Nachfahren der Opfer noch

immer für eine offizielle deutsche Entschuldigung kämpfen. Seit der Unabhängigkeit Namibias

1990 fordern Herero und Nama neben der symbolischen auch materielle Wiedergutmachung.


Denn bis heute sind sie wirtschaftlich und sozial von den Folgen des Genozids und der

Landenteignungen betroffen. Ida Hoffmann wird als Vorsitzende des „Nama Technical Committees“

von den Forderungen und dem aktuellen Stand der Auseinandersetzung mit Deutschland berichten.


Ida Hoffmann wurde 1947 in Karasburg im südlichen Teil des damals durch das Apartheid-Südafrika

kolonisierten „Südwestafrika“, dem heutigen Namibia, geboren. Sie Beteiligte sich in den 1980er Jahren

am antikolonialen Befreiungskampf der SWAPO. Von 2005-10 war sie vom Präsidenten ernannte

Abgeordnete der namibischen Nationalversammlung und setzt sich seitdem besonders für die

Aufarbeitung des deutschen kolonialen Völkermords ein. Sie ist Vorsitzende des„Nama Technical Commitee“.


Eine Kooperationsveranstaltung von Berlin Postkolonial e.V., AfricAvenir International e.V. und dem AK Panafrikanismus München im Rahmen des Projekts “Decolonize!” und der Bündniskampagne “No Humbodt 21!”


Wir danken der Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit und der Stiftung Nord-Süd-Brücken

Logo Kampagne "NO Humboldt 21!"

Pressemitteilung

No Humboldt 21!

Kampagne fordert Moratorium für das Humboldt-Forum im Berliner Schloss

Berlin, 6. Juni 2013. Ein breites Bündnis von 40 zivilgesellschaftlichen Organisationen fordert die Aussetzung der Arbeit am Humboldt-Forum im Berliner Schloss. „Das vorliegende Konzept verletzt die Würde und Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt, ist eurozentrisch und restaurativ“, sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. In einem Aufruf fordert das Kampagnenbündnis No Humboldt 21! neben dem Moratorium eine breite öffentliche Debatte zum Humboldt-Forum, dessen Grundsteinlegung für den 12. Juni geplant ist.

Im Humboldt-Forum sollen die ethnologischen Sammlungen Berlins gezeigt werden, die zum Großteil im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin kamen. „Über den zukünftigen Verbleib von Beutekunst und kolonialem Raubgut muss der Dialog mit den Nachfahren der Schöpfer und rechtmäßigen Eigentümer der Exponate gesucht werden“, sagt Christian Kopp von Berlin Postkolonial. Deren Ausstellung im wiedererrichteten Schloss der Hohenzollern, die für den deutschen Kolonialismus und den Kulturraub hauptverantwortlich waren, lehnt das Kampagnen-Bündnis als Respektlosigkeit gegenüber den Opfern und ihren Nachfahren ab.

Mit Hilfe der oft Jahrhunderte alten Objekte aus aller Welt wird das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ im Humboldt-Forum inszeniert und den umfangreichen Sammlungen europäischer Kunst auf der Berliner Museumsinsel zur Seite gestellt. „Das Humboldt-Forum steht dem Anspruch eines gleichberechtigten Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft entgegen“, sagt Michael Küppers-Adebisi von Afrotak TV cyberNomads.

Das Kampagnenbündnis – bestehend aus kultur- und entwicklungspolitischen, migrantisch-diasporischen sowie internationalen Nichtregierungsorganisationen – wird seine grundsätzliche Kritik am Humboldt-Forum ab Herbst mit verschiedenen Veranstaltungen zum Ausdruck bringen.

 

Mehr: www.no-humboldt21.de

Unterstützung durch NGO: www.no-humboldt21.de/support

 

Pressekontakte:

Tahir Della (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.) Tel 015254217327

Christian Kopp (Berlin Postkolonial e.V.) Tel. 030-40059048, 01799100976

Michael Küppers Adebisi (AFROTAK TV cyberNomads) Tel. 01779357723

 

Afrika ist keine Wildnis!

 

Berlin Postkolonial und weitere Nichtregierungsorganisationen riefen auf dem 1. Deutschen Entwicklungstag zur Solidarität mit dem Afrika-Rat Berlin-Brandenburg auf, der am 24. Mai 2013 den Rücktritt des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefordert hat.

 

NGO-Proteste zum Entwicklungstag in Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berlin, 24.5.2013    Pressemitteilung des Afrika-Rates, Dachverband der afrikanischen Vereine und Initiativen in Berlin-Brandenburg

Zum rassistischen Plakat des “deutschen Entwicklungstags“ des BMZ am Afrikatag

Kurz nach der Erlangung der Unabhängigkeit mehrerer Länder trafen sich 32 Staatschefs aus Afrika in Addis Abeba, um die Organisation der afrikanischen Einheit zu gründen. Mit diesem Schritt wollten die Vertreter der afrikanischen Völker die auf der Berliner Konferenz von 1884/1885 verankerte, willkürliche Aufteilung Afrikas überwinden und den Weg für die Einheit Afrikas ebnen. In vielen afrikanischen Ländern ist dieser Tag ein arbeitsfreier Feiertag. Im Ausland haben Vertreter/innen der afrikanischen Diaspora gemeinsam mit ihren Diplomatischen Vertretungen und offiziellen Vertreter/innen des Gastgeberlandes jährlich den - in der internationalen Gemeinschaft als Afrika-Tag anerkannten - 25. Mai gemeinsam gefeiert.

Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem in aller Welt das 50-jährige Bestehens der Afrikanischen Einheit gefeiert wird, hat das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entschieden, den Schwerpunkt nicht auf die Würde der in der Befreiungsbewegung und in den Entwicklungsprozessen aktiv involvierten Afrikaner/innen auf dem Kontinent und in der Diaspora zu legen, sondern unreflektiert sich selbst und andere Akteure zu feiern.

Hinzu kommt, dass eine Plakatkampagne des BMZ (http://www.nordsuedforum.de/nosfo/aktuelles/Plakat_The_Big_Five.pdf) rechtzeitig zum deutschen Entwicklungstag neokoloniale Vorstellungen von Entwicklung und Zusammenarbeit wieder bekräftigt, die bedauerlicherweise beim BMZ offensichtlich noch herrschen. Wieder wird hier auf koloniale rassistische Klischees zurückgegriffen, wenn es um die Darstellung Afrikas geht. Auf dem Plakat sind keine Menschen, sondern nur Tiere und Rohstoffe zu sehen. Beide „Objekte“, die von Europa aus zu erobern bzw. zu jagen sind. Bekräftigt wird das durch die Verwendung der Bezeichnung „Big Five“ (Großwildjagd in Kolonialzeiten durch Europäer in Afrika). Auf dem Plakat des BMZ wird Afrika als wilder Kontinent dargestellt: „Welches Tier suchen wir?“ fragt der Bundesminister für BMZ auf dem Plakat. An wen richtet sich diese Botschaft und für wen werden die Ziele formuliert, die einigen Tieren zugeordnet sind?

 

Gegenposter und Quizz

 

Aufgrund dessen, dass auf dem Plakat Afrikaner/innen und Afrika nicht als Akteure, sondern als passive Objekte dargestellt werden, stellt sich die Frage, ob das BMZ nicht auf Zusammenarbeit mit dem Afrikanischen Kontinent setzt, sondern auf die Durchsetzung einer neokolonialen Vorstellungen hinarbeitet, wodurch Afrika in Armut und Abhängigkeit gehalten wird. Mit diesem menschenverachtenden Plakat hat das BMZ die jahrzehntelange Arbeit von Migrant/innenvereinen, Initiativen, Verbänden und von NGOs und entwicklungspolitischen Netzwerken zum Abbau vom Rassismus gegen Afrikaner/innen / Schwarze Menschen zunichte gemacht. Der afrikanische Kontinent braucht keine Entwicklungshilfe, sondern wirtschaftliche Partner/innen mit denen er auf Augenhöhe kooperiert. Es ist Zeit, dass das BMZ seine Grundsätze zur Zusammenarbeit mit Afrika gründlich überprüft und an den Zeitgeist anpasst.


Rücktrittsforderungen für Minister Niebel

 

Wir fordern das BMZ auf, das kolonial-rassistische Plakat für die Werbung zu seinem Entwicklungstag am Afrikatag sofort aus dem Verkehr zu ziehen, und sich bei der afrikanischen Community in Deutschland und weltweit zu entschuldigen.

Mit diesem Plakat hat sich der Bundesminister Herr Dirk Niebels definitiv für sein Amt disqualifiziert. Deswegen fordern wir seinen sofortigen Rücktritt als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Wie kann er durch Afrika reisen, wenn er die Menschen dort so verachtet?

Letztlich fordern wir das BMZ auf, aus Rücksicht auf die Millionen Opfer der Maafa – Sklaverei, Sklavenhandel, Kolonialzeit, nationalsozialistische Terrorherrschaft und neokoloniale Bestrebungen – den Deutschen Entwicklungstag auf einen anderen Tag zu verlegen.

Für den Vorstand

Famson Akinola

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung:

François Asukaten Tendeng (0172-3071276)

 

Afrika-Rat e.V.

Postfach 87 01 35

13161 Berlin

E-Mail:

This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

www. afrika-rat.org

 

NGO-Proteste und ein besorgter Herr Staatssekretär

 

Siehe auch:

"Afrika ist keine Wildnis!" PRESSEMITTEILUNG von AfricAvenir, Berlin Postkolonial und tanzania-network.de (24.05.2013)

 

Pressespiegel:

"Viel Geld für ein Strohfeuer" (Welt-Sichten, 29.05.2013)

"Afrika: Partnerschaft auf Augenhöhe oder Neokolonialismus?" (EurActiv.de, 27.05.2013)

"Schwarze Künstler, weiße Expertinnen" (Der Tagesspiegel vom 26.05.2013)

VIDEO: "Erster Deutscher Entwicklungstag von Kritik überschattet" (Die Tagesschau vom 25.05.2013)

"Entwicklungstag 'a la Berlin-Konferenz" (Neues Deutschland vom 25.05.2013)

"Ein guter Zweck für den Minister" (TAZ, 25.05.2013)

"Einige feiern 50 Jahre 'African Unity', andere den 1. Deutschen Entwicklungstag" (afrikawissenschaft, 25.05.2013)

Stellungnahme des Eine Welt Netzwerkes Hamburg (24.05.2013)

"Ministerium für Selbsthilfe" (Die Zeit, 24.05.2013)

Offener Brief des EPIZ Berlin (23.05.2013)

Offener Brief des Nord-Süd-Forums München (13.05.2013)

Protest unter den Eine Welt Gruppen Schleswig-Holsteins (01.03.2013)

"Entwicklungshilfe: Häme für Niebels Afrika-Initiative" (Der Spiegel vom 20.01.2013)

Weißsein im Alltag: Antirassistische Handlungsoptionen

2-Tages-Workshop mit den Trainer_innen Lawrence Oduro-Sarpong und Luise Steinwachs

 

Das Training richtet sich an weiße Personen, die entweder bei uns oder bei einem anderen Träger an einem Seminar / Training teilgenommen haben (z.B. Phoenix). Die Teilnehmenden haben Aspekte ihres Weißseins bereits reflektiert und sind sich über die vielfältigen mit Weißsein zusammenhängenden Privilegien bewusst.

Allein die Wahrnehmung und das Bewusstsein von weißen Privilegien und Machtpositionen führen noch nicht zu Veränderungen. Daher geht es in diesem Training um die Entwicklung und Diskussion antirassistischer Handlungsoptionen, die wirksam und realistisch sind.

In Rollenspielen und Fallanalysen stehen die Erfahrungen der Teilnehmenden mit gelungenem Handeln, gescheitertem Aktionismus und mit Ohnmachtserfahrungen im Mittelpunkt.

Ziel des Seminars ist, umsetzbare Strategien und Haltungen gegen Rassismus zu entwickeln, die im privaten wie auch beruflichen Alltag und in institutionellen Zusammenhängen erfolgreich sein können.

 

 

 

Termin:     Freitag, 22. März (14 - 20 Uhr),  Samstag, 23. März (10 - 19 Uhr)

Ort: PANGEA-Haus (1. Etage beim Schulprogramm Berlin) Trautenaustraße 5, 10717 Berlin (U-Bahn Güntzelstraße)

Anmeldung bis 18. März 2013

Kontakt: Luise Steinwachs

steinwachs(at)berlin-postkolonial.de

Telefon: 030 / 4005 9048

 

 

TN-Beitrag: 40 € (ermäßigt: 30 €;  inkl. Verpflegung)

Bitte bis zum 20. März auf folgendes Konto überweisen:

(Betreff: Name, Vorname, "Weißsein")

Empfänger Berlin Postkolonial

Konto 2041219001

BLZ 100 900 00

Berliner Volksbank

 

Workshop-Flyer als PDF

Weißsein im Alltag: Antirassistische Handlungsoptionen

2-Tages-Workshop mit den Trainer_innen Lawrence Oduro-Sarpong und Luise Steinwachs

WORKSHOP: Fallen und Chancen interkultureller Zusammenarbeit

2-Tages-Workshop mit den Trainer_innen Lawrence Oduro-Sarpong und Luise Steinwachs

The struggle of memories against forgetting

Afrikanische Erinnerungsperspektiven

Memory Streets. Lernen und Erinnern im „Afrikanischen Viertel“

Ausstellung | Inputs | Diskussionen

Internationaler Gedenktag zur Abschaffung der Sklaverei


Denkmal des "Großen Kurfürsten" in Charlottenburg, Detail

Noch immer verschweigt das weiße Berlin, dass Brandenburg-Preußens Herrscher im späten 17. Jahrhundert mindestens 20.000 afrikanische Männer, Frauen und Kinder in die Karibik - und auch an den Berliner Hof verschleppen ließen. Dabei erinnert die diskriminierende Bezeichnung "Mohrenstraße“ bis heute an die erzwungene Präsenz der ersten Schwarzen Berliner_innen vor Ort. Dass der Black Community trotz ihrer anhaltenden Proteste die Umbenennung der Straße und die alternative Ehrung einer afrikanischen Persönlichkeit seit Jahren verweigert wird, macht einmal mehr deutlich, dass Rassismus nicht der Vergangenheit angehört. Mit zwei Sonderveranstaltungen anlässlich des Internationalen Gedenktages zur Abschaffung der Sklaverei verweist Berlin Postkolonial auf ein menschenverachtendes Kapitel der Berliner Geschichte und Gegenwart.

 

M. Biloa Onana "Der Sklavenaufstand auf Haiti" Sa 01.12.         18 Uhr

Rassismus in der deutschen Aufklärung. Das Bild von Schwarzen Menschen im 18. Jahrhundert

Vortrag und Diskussion mit Dr. Marie Biloa Onana, germanistische Literaturwissenschaftlerin und Autorin von „Der Sklavenaufstand von Haiti. Ethnische Differenz und Humanitätsideale in der Literatur des 19. Jahrhunderts“ (Köln 2010).

Ort: Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte, 10405 Berlin, Greifswalder Str. 4

 

 

So 02.12.        13 Uhr

Rereading the Past - Unshackling the Future

Eine performative Gedenktour durch Berlins „M-Straße“

Unser performativer Gang durch die „Mohrenstraße“ mit den afrodeutschen Künstlerinnen Chantal-Fleur Sandjon und Karoline Horstmann sowie mit dem Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins erinnert an das Schicksal der ersten Schwarzen Berliner_innen. Die Gedenktour stellt alternative Namensgeber_innen für die Straße vor, wie zum Beispiel den Anfang des 18. Jahrhunderts als Kind aus Ghana verschleppten Anton Wilhelm Amo, der sich als Universitätsdozent in Wittenberg, Halle und Jena kritisch mit der Rechtslage Schwarzer Menschen in Europa auseinandersetzte. Wir laden ein zu einer Intervention, die Poesie und Geschichte für einen neuen Blick auf die Gegenwart und eine mögliche, respektvollere Zukunft mobilisiert.

Treffpunkt: Eingang Bundesministerium der Justiz, 10117 Berlin, Mohrenstraße 37

Teilnahme: frei!

 

Kwesi Aikins mit Herero- und Namadelegierten

Wanderausstellung

EDEWA | Einkaufsgenossenschaft antirassistischen Widerstandes

Geschichte, Widerstand, Interaktion

Donnerstag, 18. Oktober 2012,  19 Uhr

TOGO/KAMERUN-BERLIN: Wen ehrt der Nachtigalplatz?

Berlin Postkolonial lädt zum Informationsabend

Berlin-Mitte hat die Errichtung eines postkolonialen „Lern- und Erinnerungsortes Afrikanisches Viertel“ beschlossen. Warum die Umwandlung des größten deutschen Kolonialviertels ohne die Umbenennung der Dauerkolonie Togo sowie desNachtigalplatzes und ohne die Würdigung von afrikanischen Opfern und Gegner_innen des Kolonialismus nicht gelingen kann, erläutern unsere Gäste:

 

Reichskommissar Gustav Nachtigal

M. Abdel Amine (Flüchtlingsinitiative Berlin-Brandenburg)

Dr. Marie Biloa Onana (Berlin Postkolonial)

Moctar Kamara (Afrika-Rat Berlin-Brandenburg)

Armin Massing (Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag)

Lawrence Oduro-Sarpong (AfricAvenir International)

Moderation: Pfarrerin Constanze Kraft

Ort: Ev. Kirchengemeinde Kapernaum, Seestraße 35, 13353 Berlin

Hintergrund:

Blues in Schwarzweiß. Die Black Community im Widerstand gegen kolonialrassistische Straßennamen in Berlin-Mitte

SPD & Bündnis 90/Die Grünen fordern im Bundestag die Umbenennungen von Straßennamen, die Kolonialverbrecher ehren (2012)

Beschluss der BVV von Berlin-Mitte (2011)

 

Dauerkolonie Togo e.V. in Berlins so genanntem Afrikanischen Viertel

Freitag, 19. Oktober 2012, 17 Uhr

TOGO/KAMERUN-BERLIN: Rund um die "Dauerkolonie"

Gemeinsam mit dem Aktivisten und Bildungsreferenten M. Abdel Amine aus Togo erkunden wir Deutschlands größtes Kolonialviertel.

Ort: U-Bahnhof Afrikanische Straße, 13351 Berlin

Teilnahme: 5,- Euro

 

 

König Rudolf Duala Manga Bell

Freitag, 19. Oktober 2012, 19 Uhr

Filmspecial: „Manga Bell - Verdammte Deutsche?“ (BRD 1998, Regie: Peter Heller)

1884, als man in Berlin Afrika aufteilte, nötigte der Namensgeber des Nachtigalplatzes, Reichskommissar Gustav Nachtigal, den Herrscher der Douala zu einem ersten "Schutzvertrag". Dessen Enkel Rudolf Manga Bell, der in Deutschland studiert hatte, wurde später als König von den Deutschen wegen seines Widerstandes gegen den Kaiser hingerichtet. Berlin Postkolonial lädt zum Filmabend mit anschließender Diskussion.

Ort: Restaurant Bantou Village, Kameruner Str. 3, 13351 Berlin

Eintritt: frei!

 

Die Veranstaltungen sind Teil des Projekts "Partnerschaft entwickeln".

Mit finanzieller Unterstützung durch:

Stiftung Nord-Süd-Brücken LEZ BMZ

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Zum Jahrestag des Befehls zur Vernichtung der widerständigen Herero


Dienstag, 2. Oktober 2012, 17 Uhr

Neukölln postkolonial: Von der Wissmannstraße zum "Namibia-Gedenkstein"

"Afrikastein" und "Namibia-Gedenkstein"Auch Berlins Stadtbezirk Neukölln hat eine koloniale Vergangenheit - und Gegenwart. Gemeinsam mit der afrodeutschen Künstlerin Chantal-Fleur Sandjon und in Anwesenheit des Vertreters der namibischen Botschaft, des Gesandten Mr Mapenzi, thematisierte Berlin Postkolonial Neuköllner Straßennamen, mit denen bis heute Kolonialverbrecher wie Hermann Wissmann (1853-1905) und Adolph Woermann (1847-1911) gewürdigt werden. Im Anschluss besuchten wir den skandalösen „Afrikastein“ für Berlins am Genozid beteiligte Kolonialkrieger (rechts) sowie den sog. Namibia-Gedenkstein auf dem Garnisonsfriedhof am Columbiadamm. Wir gedachten dort der zahlreichen afrikanischen Menschen, die ihr Leben ließen im Widerstand gegen den deutschen Kolonialismus und Rassismus in Namibia, aber auch in Tanzania, Ruanda, Burundi, Kamerun und Togo.

Hintergrund:

Zum Namensgeber der Wissmannstraße

Zum Namensgeber der Woermannkehre

3SAT-DOKU: "Relikte der Vorfahren" (2011)

Umbenennungsinitiative der Clay-Schule (2010)

Museum Neukölln: "Verdrängte Geschichte - Spuren kolonialer Vergangenheit in Neukölln" (2010)

Einweihung des so genannten Namibia-Gedenksteins (2009)

Werkstatt der Kulturen: "Die Wissmannstraße - öffentliche Erinnerung auf der Probe" (2005-07)

 

Donnerstag, 4. Oktober 2012,  19 Uhr

NAMIBIA-BERLIN: Wen ehrt die Lüderitzstraße?

Berlin Postkolonial lädt zum Informationsabend

Berlin-Mitte hat die Errichtung eines postkolonialen „Lern- und Erinnerungsortes Afrikanisches Viertel“ beschlossen. Warum die Umwandlung des größten deutschen Kolonialviertels ohne die Umbenennung der Lüderitzstraße und die Ehrung afrikanischer Opfer und Gegner_innen des Kolonialismus nicht gelingen kann, erläuterten Expert_innen und Vertreter_innen mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisationen:

Israel Kaunatjike (Bündnis "Völkermord verjährt nicht!")

Yonas Endrias (Global Afrikan Congress, Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen)

Josephine Apraku (Afrikanisches Viertel e.V.)

Joshua Kwesi Aikins (ISD Berlin)

Christian Kopp (Berlin Postkolonial)

Moderation: Pfarrerin Constanze Kraft

Ort: Ev. Kirchengemeinde Kapernaum, Seestraße 35, 13353 Berlin

Teilnahme: frei!

Hintergrund:

Desie Heita zur Dekolonisierung des öffentlichen Raums in Namibia: "All colonial names could change" (2012)

SPD & Bündnis 90/Die Grünen fordern im Bundestag die Umbenennungen von Straßennamen, die Kolonialverbrecher ehren (2012)

Beschluss der BVV von Berlin-Mitte (2011)

PM "Berliner Lüderitzstraße soll umbenannt werden" (2010)

Lüderitzstraße - Wie lange noch? (Foto: freedom roads!)

 

Freitag, 5. Oktober 2012, 17 Uhr

Namibia-Berlin: Von Lüderitz nach Swakopmund

Der Herero-Aktivist und Bildungsreferent Israel Kaunatjike sowie der Historiker Christian Kopp von Berlin Postkolonial luden ein zum Rundgang durch das so genannte Afrikanische Viertel.

Ort: U-Bahnhof Afrikanische Straße, 13351 Berlin

Teilnahme: 5,- Euro

 

Freitag, 5. Oktober 2012, 19 Uhr

Filmspecial: „Weiße Geister – Der Kolonialkrieg gegen die Herero“ (BRD 2004, Regie: Martin Baer)

Berlin Postkolonial und der Herero-Aktivist und Hauptdarsteller Israel Kaunatjike luden zum Filmabend und zum anschließenden Gespräch.

Ort: Restaurant Bantou Village, Kameruner Str. 3, 13351 Berlin

 

Die Veranstaltungen sind Teil des Projekts "Partnerschaft entwickeln".

Mit finanzieller Unterstützung durch:

Stiftung Nord-Süd-Brücken LEZ BMZ

Donnerstag, 6. September 2012, 19 Uhr

Ostafrika-Berlin I - Jenseits der Petersallee

Vortrag und Diskussion mit Mnyaka S. Mboro und Christian Kopp (Berlin Postkolonial)

Gedenkmarsch zum 100. Jahrestag des Maji-Maji-Krieges in Berlin 2006

Nach jahrelangem Engagement von Black Community und NGOs hat der Bezirk Berlin-Mitte im Mai 2011 die Umwandlung von Deutschlands größtem Kolonialviertel - dem so genannten Afrikanischen Viertel im Wedding - zu einem „Lern- und Erinnerungsort über die Geschichte des deutschen Kolonialismus, seine Rezeptionsgeschichte sowie über den Unabhängigkeitskampf der afrikanischen Staaten“ beschlossen. Warum diese Umwandlung ohne die Umbenennung der Petersallee und die Würdigung der Opfer des Kolonialismus sowie des ostafrikanischen Widerstandes im neuen Straßennamen nicht gelingen kann, erläutern der tansanische Aktivist Mnyaka S. Mboro und der Historiker Christian Kopp vom ortsansässigen Verein Berlin Postkolonial.

Ort: Ev. Kirchengemeinde Kapernaum, Seestraße 35, 13353 Berlin

 

Freitag, 7. September 2012, 17 Uhr

Ostafrika-Berlin II - Zwischen Mohasi- und Sansibarstraße

Postkolonialer Rundgang durch das so genannte Afrikanische Viertel mit dem tansanischen Aktivisten Mnyaka S. Mboro und dem Historiker Christian Kopp vom Verein Berlin Postkolonial

Ort: U-Bahnhof Afrikanische Straße, 13351 Berlin

Kosten: 5,- Euro

 

Freitag, 7. September 2012, 19:30 Uhr

Ostafrika-Berlin III. „Die Liebe zum Imperium – Deutschlands dunkle Vergangenheit in Afrika“ (Peter Hellers Dokumentarfilm-Klassiker von 1978 über Carl Peters)

Berlin Postkolonial lädt ins nachbarliche Bantou Village zum Filmabend und anschließenden Gespräch

Ort: Bantou Village, 13351 Berlin, Kameruner Str. 2

Eintritt: frei

Die Veranstaltungen sind Teil des Projekts "Partnerschaft entwickeln", gefördert von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Berlin Postkolonial unterstützt den folgenden Protest der Initiative "buehnenwatch" vom 1.10.2012 gegen Brett Baileys Projekt "Exhibit B" in Kooperation mit den Berliner Festspielen und dem Goethe-Institut!

Die Inszenierung „Exhibit B“ lehnt sich in ihrer Umsetzung an eine kolonialrassistische Tradition an: das Ausstellen von Schwarzen Menschen und Menschen of Color. Trotz vorgeblicher antirassistischer Intentionen, reproduziert Brett Bailey mit seiner Arbeit die Vorstellung von Afrikaner_innen als Objekten, die der Unterhaltung, dem Komfort oder, wie in diesem Falle, der Bildung weißer Menschen dienen. Der Künstler behauptet, in den Völkerschauen des 19. und 20. Jahrhunderts seien die Zurschaugestellten dem europäischen Blick ausgesetzt gewesen, in seiner Arbeit aber würde „der Blick umgekehrt“. Eine solche Umkehrung können wir nicht erkennen: Die Tatsache, dass die Ausgestellten „zurückblicken“ – wie Bailey in einem Interview hervorhebt – ist keinesfalls neu, sondern war bereits früher Teil widerständiger Strategien, die außerdem weit darüber hinausgingen. An den archetypischen rassistischen Konstellationen weiße_r Betrachter_in –Schwarze_r Betrachtete_r und weiße Aussteller_innen – Schwarze Zurschaugestellte ändert sich nichts. Schließlich sind es nicht Weiße, sondern Afrikaner_innen, die für diese Arbeit über 45 Minuten lang teilweise unbekleidet still stehen.

Wir sehen das Andenken an all diejenigen, die der kolonialen Gewalt durch europäische Regime sowie der Willkür weißer Privatpersonen zum Opfer gefallen sind, durch dieses Projekt beschmutzt. Die Geschichten von Menschen wie Saartje Bartmann oder Angelo Soliman sind dem Großteil der deutschen Bevölkerung vor allem deshalb nicht bekannt, weil sowohl im Bildungswesen, als auch in der Kulturlandschaft sowie anderen Sphären des Alltags die längst überfällige kritische Beschäftigung mit deutscher Kolonialgeschichte und ihren traurigen, weltweiten Folgen ausbleibt und insbesondere kritische Schwarze Stimmen gezielt vom Diskurs ausgeschlossen werden. Die Reinszenierung – wie auch immer abgeändert – ihrer entwürdigenden Zurschaustellung ist einem angemessenen Gedenken an diese Menschen nicht dienlich. Darüber hinaus löst sie zwar bei weißenScham aus, trifft jedoch keinerlei Aussage über die Ursachen und Mechanismen von Rassismus, so dass sie auch keine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus fördert. Schwarzen Zuschauer_innen ihre alltäglichen Rassismuserfahrungen ungebrochen vorzuhalten, ist kein Antirassismus. Schmerzvolle Schwarze Geschichte dient hier der Karrierebeförderung weißer Akteur_innen und der Gewissensbefriedigung einer weißen deutschen Öffentlichkeit, die sich für die Perspektiven und Belange ihrer Schwarzen Mitbürger_innen, sofern von diesen selbst geäußert, sonst nicht interessieren.

„Exhibit B“ ist eine Reproduktion rassistischer Bilder ohne pädagogischen Mehrwert. Wir rufen alle unsere Unterstützer_innen dazu auf, gegen die Ausstellung von Brett Bailey im Rahmen von “Foreing Affaires”  bei den Berliner Festspielen zu protestieren, die vom 29. September bis zum 3. Oktober gezeigt wird.

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3-Tages-Workshop mit den Trainer_innen Lawrence Oduro-Sarpong und Tzegha Kibrom

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