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„Ihr werdet Kamerun niemals haben!“ - Mebenga m’Ebono alias Martin Paul Samba *

Stefanie Michels / Joachim Zeller

 

Am 18. November 1891 wurde durch mich, in der hiesigen Kirche bei einem feierlichen besonderen Gottesdienst unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde, der Diener und Begleiter des Hauptmanns Kurt Morgen auf seiner Expedition in West-Africa (Kamerun), […]Zampa aus Kribi in Süd-Kamerun getauft, nachdem derselbe seit August von Herrn Lehrer Hoffmann und mir unterrichtet und zur Taufe vorbereitet war. Derselbe hatte auch an dem Schulunterricht mit gutem Erfolg teilgenommen. [...] Die Namen, die er in der heil[igen]. Taufe erhielt, waren: Martin Paul Zampa. [...] (Derselbe ist Ostern 1892 hier confirmiert worden, dann beim Garde Füs[ilier] Reg[imen]t. in Berlin eingetreten, nach 1/2 Jahr Unteroffizier u[nd] geg[en] Weihn[achten] z[um] Sergeanten befördert worden. Weihn[achten] 1892 ist er nach seiner Heimath zurückgekehrt und stand in Kamerun als Feldwebel b[ei] d[er] Kaiserl[ichen] Schutztruppe).[1]

Diese von Pfarrer Martin Schall im Taufregister der Evangelischen Kirchengemeinde Kladow vorgenommene Eintragung gewährt Einblicke in das Leben eines Afrikaners, den hier zu Lande kaum einer kennt, der jedoch in seiner Heimat als Nationalheld erinnert wird. Wer war dieser Martin Paul Zampa (heute gebräuchliche Schreibweise: Samba), der zunächst als „treuer Gefolgsmann“ der Deutschen gilt, dann aber zum Kopf einer gegen die Kolonialherren gerichteten Umsturzbewegung wird?

Martin Paul Samba Martin Paul Samba in preußischer Uniform. Sambas Biografie ist eine von vielen Beispielen, wie Afrikaner die Möglichkeiten des kolonialen Systems individuell für sich nutzen konnten. Er tat dies so erfolgreich, dass er schlussendlich zu einer zu großen Bedrohung für die deutsche Kolonialmacht wurde. (Foto: Madeleine Mbono Samba Azan: Martin Samba. Face à la pénétration allemande au Cameroun, Paris/Dakar-Abidjan 1976, Frontispiz)

 

Ausbildung zum Kolonialsoldaten

Obwohl über Sambas Biographie nur bruchstückhafte Informationen vorliegen, steht fest, dass im Juni 1891 der Premierleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe in der Kolonie Kamerun, Curt Morgen, mit einem etwa achtzehnjährigen Mann Namens Mebenga m’Ebono vom Volk der Bulu nach Berlin reiste. Leutnant Morgen brachte den jungen Mann, der für ihn auf seinen militärischen Expeditionen gearbeitet hatte, in das kleine, südwestlich der Reichshauptstadt gelegene Dorf Kladow.[2] Wie freiwillig diese Unternehmung war, ist leider nicht bekannt. In dem Dorf erhielt Samba, wie Morgen später schreibt, „zur Anerkennung für seine mir auf beiden Reisen erwiesene Treue (...) Unterricht bei dem Dorflehrer in Cladow bei Spandau. […] Nach 4 Monaten bereits sprach, las und schrieb der junge Mann, wenn auch mit einigen orthographischen Fehlern, so doch ganz geläufig deutsch.“[3] Nach der Taufe und Konfirmation ging Samba zu den Garde-Füsilieren nach Berlin und wurde zum Unteroffizier ausgebildet. Ende 1892 kehrte er nach anderthalbjährigem Aufenthalt in Deutschland nach Kamerun zurück.[4] Dort trat er in den Dienst der deutschen „Schutztruppe“, arbeitete als Dolmetscher und in der Rekrutenausbildung.

Unterstellt war Samba dem Kolonialoffizier Hans Dominik (1870-1910). Dominik war berüchtigt für seine „Befriedungsfeldzüge“, die er zur Durchsetzung der deutschen Vorherrschaft in der westafrikanischen Kolonie mit äußerster Härte zwischen 1894 und 1908 durchführte. Bis auf den heutigen Tag assoziieren viele Kamerunerinnen und Kameruner dessen brutales Regime als eine Epoche reiner Terrorherrschaft.[5] Und bei René Philombe, einem bekannten Kameruner Schriftsteller, ist zu lesen, dass „Major Dzomnigi (...) (ein) Mann (war), dessen Name allein schon Alpträume auslöst.“[6] Eine Person wie Hans Dominik einzuschätzen ist deshalb von Bedeutung, weil Samba  bei zahlreichen dieser „Strafexpeditionen“ zum Einsatz kam. Nach allem was bekannt ist, scheint Samba seinem berüchtigten Vorgesetzten Dominik loyal ergeben gewesen sein.[7]

Samba als Jagdgefährte Dominiks"Zampa, mein Jagdgefährte im Mwelleland" (Abb. aus: Hans Dominik: Kamerun. Sechs Kriegs- und Friedensjahre in deutschen Tropen, 2. Aufl., Berlin 1911, S. 264)

 

Erfahrungen mit einer solchen Kultur der Gewalt hatte Samba schon als Jugendlicher auf den Kriegszügen mit Curt Morgen gemacht, der ihn als seinen „Leibdiener“ betrachtete. Von den Deutschen mit Orden bedacht, trug ihm seine Söldnertätigkeit bei der Bevölkerung Kameruns keine Sympathien ein. Diese zwiespältige Situation wird in einigen seiner in Deutsch verfassten Briefe deutlich, so in einem Schreiben vom 12. Dezember 1902 an Morgen:

Am 2 October habe ich eine braune Pferd Geschenkt bekommen von Herrn Oberleutnant Hans Dominik (...) Ich habe lußtig [Lust] wieder nach Deutschland gehen. Ich habe keine gute Freundschaft hier in Afrika, nun jeder Häuptling hätte Zampa gerne zum töten und viel Palaver mit mir in Station melden lüge, was ich nicht gemacht habe. Jede Kukuma [Würdenträger] sagt darauf, wenn der Zampa nicht die Europären in unser Land geführt hat, so konnte die Europärischen dieses Land nicht wegnehmen, also die Schuld hat Zampa, ich weiß nicht, was ich machen sollen.[8]

Samba quittierte schließlich den Dienst bei der Schutztruppe. Er heiratete und ließ sich in Ebolowa im Süden Kameruns nieder. Als Handelsvertreter der Firma Randad & Stein war er geschäftlich tätig. Wohlhabend geworden, pflegte er einen europäischen Lebensstil.

„Verdammt seien die Deutschen!“

In den nachfolgenden Jahren entwickelte sich Samba dann zu einem erklärten Gegner der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun. Die ungerechte Behandlung der Bulu und wohl auch seine Konkurrenz zu dem von den Deutschen zum Vorsitzenden des „Eingeborenen-Schiedsgerichts“ im Bezirk Jaunde ernannten Karl Atangana haben wahrscheinlich zu seinem Gesinnungswandel beigetragen.[9] Samba schloss sich mit weiteren einflussreichen Männern des Südens, Madola aus Kribi und Edandé Mbita aus Adjap zusammen. Sie trafen Vorbereitungen für einen militärischen Schlag gegen die Deutschen. Unterstützung fanden sie zudem bei dem Duala-Chief Rudolf Manga Bell, der sich schon seit mehreren Jahren gegen die von den Deutschen geplanten Landenteignungen im Zentrum der Stadt Duala zur Wehr setzte.

Ihr Vorhaben blieb jedoch nicht unentdeckt. Auf welchem Wege die Aufstandspläne bekannt werden konnten, darüber besteht bis heute keine Einigkeit. Umstritten ist unter anderem die Rolle von König Njoya von Bamum in Westkamerun. Es heißt, er habe den Deutschen verraten, dass ein Abgesandter von Rudolf Manga Bell ihn zum Aufruhr anstiften wollte.[10] Auszuschließen ist ebenso wenig, dass dies nur eine Erfindung der Deutschen gewesen ist, um die Verhaftung Sambas und seiner Verbündeten rechtfertigen zu können.[11]

Angesichts der antideutschen Stimmung unter der Mehrheit der kamerunischen Bevölkerung befürchteten die Deutschen das Schlimmste. Aus diesem Grund wollte die deutsche Kolonialverwaltung kurz nach Ausbruch des Weltkrieges und ersten Nachrichten von der bevorstehenden Ankunft feindlicher Kriegsschiffe in aller Eile ein Exempel statuieren. Mit der Begründung, sie hätten „Hochverrat“ begangen, wurden am 8. August 1914 - drei Tage nach Verhängung des Kriegszustandes über Kamerun - Martin Paul Samba, Rudolf Manga Bell und sein Sekretär Ngoso Din, Madola[12] und Edandé Mbita durch die Deutschen hingerichtet: Samba durch Erschießen in Ebolowa, Bell und Din in Duala durch den Strang, die anderen beiden Beschuldigten in Groß-Batanga bzw. in Kribi ebenfalls durch den Strang. Kurz vor seinem Tod soll Martin Paul Samba den Deutschen noch entgegen gerufen haben: „Ihr werdet Kamerun niemals haben.“[13] Ganz ähnlich lauteten die letzten Worte von Rudolf Manga Bell: „Unschuldiges Blut hängt ihr auf (...) verdammt seien die Deutschen. Gott! Ich flehe Dich an: Höre meinen letzten Willen, daß dieser Boden niemals mehr von Deutschen betreten werde!“[14]

Kollaboration mit den Allierten

Die Hoffnung der deutschen Kolonialverwaltung, dass ihre Strafjustiz vor weiteren Widerstandsaktionen abschrecken und eine Kollaboration der kamerunischen Bevölkerung mit den Alliierten verhindern würde, erfüllte sich jedoch nicht. Allerdings dauerte es noch zwei Jahre, bis alle deutschen Truppen entweder aus Kamerun geflohen waren oder sich ergeben hatten. Im Jahr 1916 verließen schließlich die Deutschen zusammen mit 5000 afrikanischen Soldaten und ca. 40.000 Zivilpersonen die Kolonie Kamerun und zogen sich ins angrenzende, von Spanien kontrollierte Rio Muni (Äquatorialguinea) zurück.

Ob es zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine von verschiedenen Gruppen getragene Massenrevolte gegen die deutsche Kolonialmacht gegeben hat, ist eine Frage, die bis heute  kontrovers diskutiert wird. Karl Atangana (Süden), Njoya (Westen) und einige Fulbelamidate im Norden gelten gemeinhin als Beispiele für Personen und Gruppen mit einem den Deutschen gegenüber loyalen Verhalten.[15]

Das bekannteste Gegenbeispiel sind die Duala.[16] Sie intervenierten nach 1914 realpolitisch, nachdem der Sprecher im Enteignungsstreit, Rudolf Manga Bell hingerichtet worden war, indem sie den Alliierten die Einnahme der strategisch wichtigsten kamerunischen Stadt Duala entscheidend erleichterten. Die deutsche Kolonialverwaltung verhängte daraufhin drakonische Strafen gegen alle Duala und stellte sie kollektiv im gesamten Gebiet unter Generalverdacht. Es kam zu standrechtlichen Erschießungen und Gräueltaten.

Neuere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass die Duala durchaus kein Einzelfall waren. Im Cross River Gebiet Kameruns verbündete sich die Mehrheit der Bevölkerung ebenfalls mit den englischen Truppen  und noch 1915 wurden dort mindestens acht Männer wegen Kollaboration mit den Briten hingerichtet.[17] Auch im Norden und Osten Kameruns (Digena, Mora, Marua, Kusseri) kam es zu Widerständen und in den deutschen Akten sind vielfältige Vergeltungsmaßnahmen gegen Kamerunerinnen und Kameruner während des Ersten Weltkriegs nachgewiesen.[18] Sicher ist auch, dass das von Martin Paul Samba im Süden Kameruns geknüpfte Widerstandsnetz breiter war, als dies in deutschen Quellen – die ihn als Einzeltäter bezeichnen – dargestellt wird.[19]

Beginn eines kamerunischen Nationalismus?

In der Geschichtsschreibung Kameruns, in den Schulbüchern des Landes und in Romanen wird Martin Paul Samba als Befreiungs- und Nationalheld in Erinnerung gehalten.[20] Häufig wird in dem antikolonialen Netz, das von Duala ausgehend seine Maschen über weite Teile des Landes zog, der Beginn eines kamerunischen Nationalismus gesehen.[21] Vielsagend ist auch die Geschichte, die im Süden Kameruns über Samba erzählt wird: Der Kaiser hätte Samba in Deutschland als neuen Gouverneur für Kamerun eingesetzt und nur, weil dieser Brief verloren gegangen sei, hätte Samba den ihm zustehenden Posten nicht einnehmen können.[22]

Diese Überlieferung widersetzt sich der rasseideologischen kolonialen Ordnungsbehauptung der Deutschen, indem der höchste Regierungsposten der Kolonie an einen Kameruner, nämlich Samba, gehen sollte. Tatsächlich waren es gerade Vertreter der unter kolonialen Bedingungen neu etablierten Eliten, die zu Protagonisten in den Dekolonisierungsbestrebungen wurden. Wie Samba und Manga Bell waren sie häufig weitgereist und international gut vernetzt. Deren "subversiver Internationialismus"[23] arbeitete zwar innerhalb der existierenden politischen, sozialen und kulturellen hegemonialen Ordnung, war aber subversiv in dem Sinne, dass er letztlich entscheidend zu Prozessen der Dokolonisierung beitrug. Die Petitionen der Duala an den deutschen Reichstag 1914, die ihr Recht auf Beibehaltung ihrer angestammten Wohnsitze aus dem Vertrag von 1884 herleiteten, sprechen die gleiche Sprache.[24] Angesichts der äußeren Bedrohung während des Weltkrieges wurden diese Widerstandsformen so gefährlich für die Deutschen, dass sie sie radikal auszulöschen suchten. Es zeigte sich jedoch, dass Samba und Bell keine „Einzeltäter“ waren, sondern dass der Unmut über die koloniale Herrschaft der Deutschen von der Mehrheit der kamerunischen Bevölkerung geteilt wurde. Es kann davon ausgegangen werden, dass - nicht nur in Duala - die Zusammenarbeit der Bevölkerung mit den alliierten Truppen wesentlich zur Niederlage und zum Rückzug der Deutschen beigetragen hat.

 


 

* Dieser überarbeitete Text von 2012 basiert auf einer früheren Veröffentlichung in: Heyden, Ulrich van der (Hg.): Unbekannte Biographien. Afrikaner im deutschsprachigen Raum vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, Berlin 2008, S. 128-134.

[1] Taufregister der Evangelischen Kirchengemeinde Kladow 1891/92, zit. n. Nitsch, Rainer / Richarz, Peter: Vor 100 Jahren: Martin Paul Zampa, ein Kameruner in Kladow, in: DED-Brief 2/1991, S. 45-47, hier 46. Für weiterführende Informationen danken wir Heiko Möhle.

[2] 1892 hatte Curt Morgen Else Guthmann, die Tochter Robert Guthmanns geheiratet. In Kladow besaß der in der Zement- und Baubranche tätige Unternehmer Guthmann das brachliegende ehemalige Lehnschulzengut Neukladow. Vgl. ebd.

[3] Morgen, Curt: Durch Kamerun von Süd nach Nord. Reisen und Forschungen im Hinterlande 1889 bis 1891, Leipzig 1893, S. 334. Morgen erwähnt auf S. 333 einen weiteren Afrikaner, einen namentlich nicht genannten „zwölfjährigen Sklavenknaben“, den er „freikaufte“ und im März 1890 zur Schulausbildung nach Berlin schickte.

[4] Die Aufenthaltsdauer von Samba in Deutschland wird in der Literatur unterschiedlich angegeben. So schreibt z.B. Ngoh, Victor Julius: Cameroon 1884-1985. A Hundred Years of History, Yaoundé 1987, S. 78, dass Samba erst im Jahr 1894 nach Kamerun zurückgekehrt sei.

[5] Vgl. Eckert, Andreas: Zwei Afrikaner machen im Kaiserreich Karriere, in: Damals 2/1996, S. 12-19, hier 18. - Der langjährige Gouverneur von Kamerun, Jesco v. Puttkamer, stellte triumphierend fest, dass „seine (Dominiks) bloße Anwesenheit allein in einer gefährdeten Gegend mehr bedeutete als zwei aktive Kompanien.“ Zit. n. Student, Erich: Hans Dominik. Kameruns Kolonisator, in: Deutsche Kolonialzeitung 1938, S. 352-356, hier 354.

[6] Philombe, René: Ach, diese Deutschen!, in: Afrikanissimo. Ein heiter-sinnliches Lesebuch, hrsg. v. Ilija Trojanow / Peter Ripken, München/Zürich 1997, 2. Aufl., S. 181-187, hier 184.

[7] Siehe z.B. Petersen, Erich R.: Hans Dominik. Kameruns großer Soldat, Berlin 1941, S. 48ff. Siehe ebenfalls Dominik, Hans: Kamerun. Sechs Kriegs- und Friedensjahre in deutschen Tropen, Berlin 1901, S. 36 u. 115f.

[8] Bundesarchiv, Militärarchiv Freiburg, N 227/22, zit. n. Nitsch/Richarz 1991, S. 46.

[9] Siehe zum Lebenslauf von Karl Atangana: Eckert 1996, S. 16ff. Siehe auch Dominik, Hans: Vom Atlantik zum Tschadsee. Kriegs- und Forschungsfahrten in Kamerun, Berlin 1908, S. 37 (Fotografie von Atangana).

[10] Njoya wie Atangana hatten durch ihre Unterstützung für die Deutschen politisch profitiert. Diese Position wollten sie nicht aufgeben. Über Atangana heisst es, dass auch er mit Boten vom Widerstand gegen die Deutschen benachrichtigt wurde, dies aber nicht an die Deutschen weitergeleitet habe. Njoya suchte Rat bei einem Missionar der Basler Mission, dieser leitete die Aufzeichnungen an die deutschen Behörden weiter. Sie lieferten die Grundlage für die Ermordung Rudolf Manga Bells, Ngoso Dins, Ekande Ngongis und Mfomu (alle aus Duala). Vgl. Rüger, Adolf: Die Duala und die Kolonialmacht 1884-1914: Eine Studie über die historischen Ursprünge des afrikanischen Antikolonialismus, in: Helmuth Stoecker (Hg.): Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft, Berlin 1968, S. 247-249.

[11] Mveng, Engelbert / Beling-Nkoumba, D.: Manuel d'histoire du Cameroun, Yaoundé 1976, Kapitel 27, die aus der Erinnerungskultur Kameruns zitieren, erwähnen einen Brief von Samba nach Äquatorialguinea, der von den Deutschen abgefangen wurde und der als Grund für dessen anschließende Hinrichtung diente.

[12] Madola soll einen Boten zu einem feindlichen Kriegsschiff geschickt haben. Vgl. ebd., S. 178.

[13] Zit. n. ebd., S. 154.

[14] Zit. n. Levi, Paul: Gegen die Todesstrafe, in: Sozialistische Politik und Wirtschaft, Jg. 5, Nr. 45, 11.11.1927, S. 1f. hier 2. Levi entnahm die Worte dem Brief eines Kameruners an den Reichstag vom Jahre 1920. Siehe auch Eyoum, Jean-Pierre Félix / Michels, Stefanie / Zeller, Joachim (Hg.): Duala und Deutschland - verflochtene Geschichte. Die Familie Manga Bell und koloniale Beutekunst: Der Tangue der Bele Bele / Douala et l´Allemagne : une histoire croisée. La famille Manga Bell et l’œuvre d´art colonial pillé : Le « Tangué » des Bele Bele, DEPO-Schriftenreihe Nr. 2, Köln (2011).

[15] Vgl. Crowder, Michael / Osuntokun, Jide: The First World War and West Africa, in: J.F. Ade Ayaji / Michael Crowder: History of West Africa, Vol. 2, Essex 1987, S. 554. Allerdings wurden kurz nach Samba und Bell auch die Lamidos von Kalfu und Mindiff, sowie fünf Würdenträger aus Maroua hingerichtet. Vgl. Mveng / Beling-Nkoumba 1976, S. 178.

[16] Vgl. Rüger 1968, S. 253-257.

[17] Vgl. Michels, Stefanie: Imagined Power Contested: Germans and Africans in the Upper Cross River Area of Cameroon, 1887-1916, Berlin/Münster 2004, S. 359-362 und Michels, Stefanie: "Totale Mobilmachung in Afrika. Der Erste Weltkrieg in Kamerun und Deutsch-Ostafrika", in: Bauerkämper, Arnd/Elise Julien (Hg.). Durchhalten! Krieg und Gesellschaft im Vergleich 1914-1918. Göttingen 2010, S. 238-259..

[18] Vgl. dazu ausführlich Michels, "Totale Mobilmachung" und Schulte-Varendorff, Uwe: Krieg in Kamerun. Die deutsche Kolonie im Ersten Weltkrieg. Berlin 2011, bes. S. 87-93.

[19] In den deutschen Quellen lesen sich die Vorfälle folgendermaßen: „Einer weiteren Verschwörung kam in Ebolowa der dortige Bezirkshauptmann, Oberleutnant von Hagen, dank seiner vorzüglichen Kenntnis der Bulusprache auf die Spur. Ihr Haupt war Zampa, ehemals Dominiks treuer Waffengefährte und dann Vizefeldwebel im ersten Garderegiment zu Fuß. Der dumme Teufel hat den Ehrgeiz besessen, König der Bulus werden zu wollen und sich zu dem Behuf mit einigen Häuptlingen, namentlich dem zu Nkomakak im Kribi-Bezirk ansässigen Edande, und einem farbigen Lehrer der amerikanischen Mission in Nkomakak in Verbindung gesetzt. Der letztere schrieb an Zampa sehr gewählte Briefe, in denen Sätze vorkamen wie: Ich will dir eine Krone aufs Haupt setzen und Du wirst über viel Volk gebieten usw. Natürlich sollten die Weißen erst mal ermordet und zum Lande hinausgejagt werden. Jetzt liegt Zampa erschossen unter den Festungsmauern von Ebolowa, Edande und der Schulmeister fanden in Kribi ihr Ende am Galgen. Ihr Putschversuch stellt meiner Ansicht nach nichts weiter dar, als die wahnwitzige Unternehmung ein paar ‚Gebildeter‘. Das Buluvolk weiß aus sich selbst heraus gewiß nichts von derartigen Gelüsten, wenns auch unter Umständen seinen Leithämmeln nachgelaufen wäre. Gut sind aber die aufgestellten warnenden Exempel auf jeden Fall gewesen, denn nun dürften wir wohl vor jedem Versuch unserer Eingeborenen, die augenblickliche politische Lage in selbstsüchtiger Absicht zu mißbrauchen, gesichert sein.“ Brief vom 15.8.1914 aus Kamerun von Dr. Paul Rohrbach, in: Deutsche Post- und Afrika-Korrespondenz Nr. 1183, 16.11.1914, zit. n. Nitsch/Richarz 1991, S. 46f.

[20] Siehe u.a. Mbono Samba Azan, Madeleine: Martin Samba. Face à la pénétration allemande au Cameroun, Paris/Dakar-Abidjan 1976; Mveng/Beling-Nkoumba 1976; Nchami, Azanwi: Footprints of Destiny, ohne Ortsangabe (Alfresco-Verlag) 1985; Ngoh 1987, S. 77f.; Criaud, Jean: Histoire et Géographie du Cameroun, Yaoundé o.J.

[21] Mveng/Beling-Nkoumba 1976, S. 178; Rüger 1968 greift dieses Argument auf.

[22] Mveng/Beling-Nkoumba 1976, S. 153.

[23] Sebastian Conrad /Dominik Sachsenmeier: Introduction, in: dies. (Hg.), Competing Visions of World Order: Global Moments and Movements 1880 s-1930s, New York: Palgrave, 2007, S. 1-25, hier 11.

[24] Vgl. hierzu ausführlich Hamann, Ulrike/Stefanie Michels: "From Disagreement to Dissension. African Perspectives on Germany", in: Wulf D. Hund/Christian Koller/Moshe Zimmermann (Hg.): Racisms made in Germany. Münster, Berlin 2011, s. 145-164.