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Far, far away? | Fortbildungen für Lehrkräfte



© Phillipp Barth

Die Fortbildungen boten Lehrer_innen, Referendar_innen und Lehramtsstudierenden über die Beschäftigung mit der deutschen Kolonialgeschichte einen Einstieg in die rassismuskritische Unterrichtsgestaltung. Zunächst wurde die Bedeutung, die diesem Thema im Schulunterricht zukommt, diskutiert. Darauf folgte der Austausch über eine erfolgreiche rassismuskritische Unterrichtspraxis und über Fallstricke, die diese Praxis kennzeichnen. Die Fortbildungen boten den Teilnehmenden theoretisches Wissen und zeigten unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten auf.

In den Workshops wurden ausgehend von einer Stadtführung zu kolonialen Spuren im öffentlichen Raum praktische Formen der Behandlung von Kolonialgeschichte an außerschulischen Lernorten thematisiert. In einer gemeinsamen praxisbezogenen Reflexion wurden zudem weitere Möglichkeiten für einen lebensnahen und nachhaltigen Einbezug der Themen deutsche Kolonialgeschichte und Kolonialrassismus in den Schulunterricht ausgelotet.

Die Veranstaltungen waren kostenfrei und richteten sich an Lehrer_innen, Referendar_innen und Lehramtsstudierende aller Fachrichtungen, Schultypen und Klassenstufen. Fortbildung und Workshop bauten aufeinander auf, konnten aber auch einzeln besucht werden.


Referentinnen:

Josephine Apraku hat an der Humboldt-Universität zu Berlin Afrikawissenschaften sowie Gender Studies studiert und in ihrer Masterarbeit die Verschiebung des rassistischen Diskurses in Geschichtsschulbüchern behandelt. Seit 2008 führt sie Rundgänge zu kolonialen Kontinuitäten im öffentlichen Raum mit Fokus auf gegenwärtigen Schwarzen Widerstand sowie Frauen im Kolonialismus durch. Nachdem sie einige Jugendprojekte zu Kolonialismus und Rassismus umgesetzt hat, ist sie seit 2015 Lehrbeauftragte an der Alice Salomon Hochschule zu Antidiskriminierungsperspektiven in der kritischen Sozialen Arbeit.

Dr. Jule Bönkost hat an der Humboldt-Universität zu Berlin Amerikanistik und Kulturwissenschaft studiert und sich in ihrer Dissertation mit dem Thema Rassismus als Diskurs in Schulbüchern beschäftigt. Seit 2013 ist sie Lehrbeauftragte an der Humboldt-Universität zu Berlin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien zum Thema Bildung und Rassismus(kritik). Von Mai 2012 bis März 2015 war sie als Projektkoordinatorin der Berliner Tage des Interkulturellen Dialogs bei ARiC Berlin e. V. tätig.

Die Referentinnen sind Initiatorinnen und Gründerinnen des IDB | Instituts für diskriminierungsfreie Bildung und Schwarz bzw. weiß positioniert.


Fortbildungen
:

Freitag, 29.05.2015, 14-18 Uhr

Freitag, 19.06.2015, 14-18 Uhr

 

Trainingsworkshop für Multiplikator*innen

Weißsein ist mit Privilegien verbunden, die meist nicht als solche wahrgenommen oder empfunden werden. Weißsein ist eine unmarkierte Position, von der aus Andere beschrieben, markiert und bewertet werden. Im zweitägigen Trainingsworkshop für weiße Lehrkräfte und Multiplikator*innen in der Bildungsarbeit ging es um die Entwicklung der Wahrnehmung des eigenen Weißseins und des Bewusstseins der Bedeutung von Weißsein insbesondere in Bezug auf Afrika und existierende Afrikabilder.

Referent: Lawrence Oduro-Sarpong, geboren und aufgewachsen in Ghana, lebt seit 1992 in Berlin und studierte Deutsch als Fremdsprache. Er absolvierte Ausbildungen und berufsbegleitende Weiterbildungen zu verschiedenen Themenfeldern, darunter eine Mediationsausbildung, „Managing Diversity“, Change Management & Leadership Anti-Bias (Diskriminierung Verlernen), und Prozessmoderation nach Arnold Mindell. Er arbeitet seit vielen Jahren als Experte für Fragen zur interkulturellen und Diversity-Kompetenz, zu Konfliktmanagement und Weißseinsreflexion. 

Samstag, 12. September 2015, 10 - 18 Uhr und Sonntag, 13. September 2015, 10 - 15 Uhr


Workshops:

Freitag, 05.06.2015, 14-18 Uhr

Freitag, 26.06.2015, 14-18 Uhr

Ort: Each One Teach One (EOTO) e. V., Müllerstraße 56-58, 13349 Berlin