Berlin Postkolonial

Far, far away? | Postkoloniale Stadtrundgänge 2015

1. Von Lüderitz zum Völkermord

Samstag, 11. April 2015, 13 Uhr

Der von Deutschland bis heute nicht anerkannte Genozid an den Herero und Nama jährt sich in diesem Jahr zum 111. Mal. Die Tour thematisiert den jahrzehntelangen namibischen Widerstand gegen Kolonialismus und Apartheid sowie den anhaltenden Kampf der Herero und Nama um Wiedergutmachung
für Enteignung und Völkermord.

Der Herero Israel Kaunatjike, aufgewachsen in Namibia, lebt seit Jahrzehnten in Berlin. Er setzt sich für eine Entschuldigung Deutschlands und Wiedergutmachung gegenüber den Herero und Nama ein.

Termin: 11. April 2015, 13 Uhr

Start: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Teilnahme: 8 Euro

 

Israel Kaunatjike

 

2. May Ayim Tag: Black History – White Myths

Samstag, 02. Mai 2015, 13 Uhr

Performative Stadtführung mit Mnyaka Sururu Mboro, Zaida Horstmann und Christian Kopp anlässlich des May-Ayim-Tages 2015.

Mnyaka Sururu Mboro, geboren im britischen "Mandatsgebiet" Tanganyika, arbeitet als Lehrer und führt gemeinsam mit dem weißen Historiker Christian Kopp seit vielen Jahren postkoloniale Rundgänge und Bildungsveranstaltungen mit besonderem Fokus auf Ostafrika durch. Zaida Horstmann, Schwarze deutsche Performance-Künstlerin, begleitet den Rundgang künstlerisch.

Termin: 02. Mai 2015, 13 Uhr

Start: U-Bahnhof M*-Straße

Teilnahme: frei

Anmerkung: M*-Straße steht für die kolonialrassistische Bezeichnung "Mohrenstraße", die wir im Text nicht verwenden wollen. Stattdessen möchten wir die von Schwarzen bzw. afrikanischen Berliner_innen seit langem geforderte Umbenennung der Straße in Anton-Wilhelm-Amo- bzw. in Nelson-Mandela-Straße anregen.

 

3. Frauen im Kolonialismus

Samstag, 13. Juni 2015, 13 Uhr

Nirgendwo in der Hauptstadt lassen sich mehr Spuren des Kolonialismus finden als in Berlin-Mitte. Nahezu unsichtbar ist in diesem Zusammenhang die Rolle von Frauen. Die Tour erkundet wichtige Orte der brandenburgisch-preußischen und deutschen Kolonialgeschichte und stellt Bezüge zur Lebensrealität
von Frauen im Kolonialismus her.

Jacqueline Mayen ist afro-deutsche Kulturanthropologin und angehende Afrikawissenschaftlerin. Sie ist Redakteurin beim afro-deutschen Online-Magazin „Afrikakzent“.

Termin: 13. Juni 2015, 13 Uhr

Start: M*-Straße 40/41, Institut für Europäische Ethnologie (HU)

Teilnahme: 8 Euro

125. Jahre Berliner Afrika-Konferenz

4. Dauerkolonie Togo?

Samstag, 11. Juli 2015, 13 Uhr

Der Rundgang beleuchtet nicht nur die Entstehungsgeschichte des bundesweit größten Kolonialviertels, in dem sich Deutschlands jahrzehntelanges Streben nach Weltherrschaft spiegelt. Er thematisiert auch den problematischen Umgang mit Kolonialismus und Rassismus in der Gegenwart.

Abdel Amine Mohammed kommt aus Togo, ist Trainer und führt Empowerment und Whiteness Awareness Workshops durch. Er studiert Verwaltung und Politikwissenschaft an der Universität Potsdam.

Termin: 11. Juli 2015, 13 Uhr

Start: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Teilnahme: 8 Euro

 

5. Versklavung und Kolonialismus, Widerstand und Befreiung

Samstag, 08. August 2015, 13 Uhr

Die M*-Straße im Zentrum Berlins erinnert an einen zentralen, verschwiegenen Teil deutscher Geschichte: Brandenburg-Preußens Beteiligung am transatlantischen Versklavungshandel. Die Tour verknüpft dieses Thema mit der 1884/85 in Berlin verhandelten Aufteilung Afrikas.

Joshua Kwesi Aikins, Aktivist und Doktorand an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology, studierte Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der University of Ghana.

Termin: 08. August 2015, 13 Uhr

Start: M*-Straße 40/41, Institut für Europäische Ethnologie (HU)

Teilnahme: 8 Euro

 

Joshua Kwesi Aikins

 

6. Von der Peters- zur Maji-Maji-Allee

Samstag, 05. September 2015, 13 Uhr

Seit der NS-Zeit ehrt eine Straße im „Afrikanischem Viertel“ den Kolonialverbrecher Carl Peters, der als Begründer der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ gilt. Die Tour erläutert, warum sich die tansanische Community Berlins eine Umbenennung in Maji-Maji-Alle wünscht.

Mnyaka Sururu Mboro, geboren im britischen "Mandatsgebiet" Tanganyika, arbeitet als Lehrer und führt seit vielen Jahren postkoloniale Rundgänge und Bildungsveranstaltungen mit besonderem Fokus auf Ostafrika durch.

Termin: 05. September 2015, 13 Uhr

Start: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Teilnahme: 8 Euro

 

Mnyaka Sururu Mboro

7. Auf dem Weg zum Manga-Bell-Platz

Samstag, 03. Oktober 2015, 13 Uhr

Die Tour erzählt u.a., wie das deutsche Kolonialregime noch 1914 in Kamerun zahlreiche Führer eines befürchteten Aufstandes wegen exekutieren ließ. Zu den prominentesten Vertreter*innen des Widerstandes zählte das Ehepaar Manga Bell, das Berlin Postkolonial als neuen Namensgeber für den Nachtigalplatz vorschlägt.

Dr. Marie Biloa Onana aus Kamerun ist Germanistin und Expertin für das kolonialrassistische Bild von Schwarzen Menschen in der deutschen Literaturgeschichte. Seit der Gründung von Berlin Postkolonial ist sie im Vorstand aktiv.

Termin: 03. Oktober 2015, 13 Uhr

Start: U-Bhf. Afrikanische Straße, Nordwestausgang

Teilnahme: 8 Euro

 

Hinweis: Alle Touren können ggf. auch zu anderen Terminen gebucht werden - Schulklassen erhalten Ermäßigungen.

Wenn Sie eine Gruppenführung buchen möchten, kontaktieren sie uns!

Kontakt: touren(at)berlin-postkolonial.de

Koordinatorin: Marion Davenas

 

Dank an: Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ), Brot für die Welt, Engagement Global/BMZ