Startseite

Kolonialverbrecher ehren?

Veranstaltungen zum Jahrestag des deutschen Genozidbefehls in Namibia

Berlin, 28.09.2012. Gemeinsam mit dem Herero-Aktivisten Israel Kaunatjike wird Berlin Postkolonial mit vier Sonderveranstaltungen an General von Trothas Befehl zur Vernichtung der Herero vom 2. Oktober 1904 in der ehemaligen Kolonie ‚Deutsch-Südwestafrika’ (heute: Republik Namibia) erinnern. Dabei soll auch Berlins fortgesetzte Ehrung von Kolonialverbrechern in den Blick genommen werden. „Für mich ist es unerträglich“, sagt Israel Kaunatjike, „dass hier und in zahlreichen deutschen Städten kriminelle Kolonialisten wie zum Beispiel Lüderitz, Woermann oder Maercker bis heute mit Straßennamen und Denkmälern geehrt werden – wogegen man in Berlin keinen einzigen würdigen Gedenkort für die afrikanischen Opfer des Genozids finden kann.“

Mit dem Start der Veranstaltungsreihe am Dienstag, 2.10. um 17 Uhr in der Neuköllner Wissmannstraße 32 will Berlin Postkolonial zudem darauf hinweisen, dass sich die anhaltend kolonialrassistische Erinnerungskultur der Stadt nicht auf das ehemalige „Deutsch-Südwestafrika“ beschränkt. „Wie kann es sein“, fragt der Historiker Christian Kopp, „dass der renommierten Werkstatt der Kulturen bis heute zugemutet wird, ihre auf Verständigung ausgerichtete Arbeit in einer Straße zu leisten, die Hermann Wissmann, den rassistischen Kriegsverbrecher und Kolonialgouverneur des ehemaligen ‚Deutsch-Ostafrika’ glorifiziert?“ „Das schadet nicht nur dem engagierten Haus,“ ergänzt der tansanische Aktivist Mboro, Vorstandsmitglied bei Berlin Postkolonial, „sondern vor allem auch dem internationalen Ansehen des Bezirkes und der Bundeshauptstadt insgesamt.“

 

Pressekontakt:

Christian Kopp | buero(at)berlin-postkolonial.de | 0179 - 9100976

Israel Kaunatjike | kalahari-berlin(at)web.de | 0173 - 1035605

 

Weitere Infos unter:

http://www.berlin-postkolonial.de