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BREAKING THE SILENCE

Veranstaltungen zum Tag der Erinnerung an den Handel mit Versklavten und an seine Abschaffung

Collage_May-Ayim-Ufer

In der Nacht vom 22. zum 23. August 1791 erhoben sich die versklavten Schwarzen von Saint-Domingue (heute Haiti/Dom.Republik) gegen ihre weißen Unterdrücker. Sie läuteten damit die epochale Haitianische Revolution ein, die in der Schwarzen Selbstbefreiung mündete und maßgeblich zum Verbot des europäischen Handels mit Versklavten und schließlich auch zum Zusammenbruch des Systems der Plantagensklaverei beitrug. Grund genug, diesen Tag zu begehen –  gerade weil Berlin und Brandenburg-Preußen im 17. Jahrhundert direkt beteiligt waren an der Maafa, dem unfassbaren „Verbrechen gegen die Menschheit, das immer als solches hätte gelten sollen“ (UN-Deklaration von Durban 2001).

 

23. August 16:00 Uhr, Deutsches Technikmuseum

Menschen statt Schiffe! Kolonialamnesie, Erinnerung und Gedenken an Brandenburg-Preußens Handel mit Versklavten

Museumsgespräch mit Joshua Kwesi Aikins (ISD) und Claudia Schuster (Deutsches Technikmuseum)

Nur zu gern verschweigt das weiße Berlin, dass seine Herrscher und Honoratioren um 1700 nicht weniger als 20 000 afrikanische Männer, Frauen und Kinder in die Plantagensklaverei der Karibik - und auch nach Brandenburg-Preußen verschleppen ließen. Nur dort, wo sich Berlins Black Community selbst engagierte, wird heute der Opfer des transatlantischen Menschenhandels gedacht. Eine Ausnahme bilden die Abteilungen „Plantagenwirtschaft/Sklavenwirtschaft“ im Zuckermuseum (Wedding) und „Lebenswelt Schiff“ im Deutschen Technikmuseum (Kreuzberg). Aber sind diese Museen geeignete Orte für die Erinnerung an den Handel mit Versklavten? Und wer erinnert hier wie? Geführt vom Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins besuchen wir das Deutsche Technikmuseum und sprechen mit Claudia Schuster, Leiterin der Abt. für Schifffahrt.

Ort: Haupteingang Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin

Kosten: 4,- Euro (erm. 1,50 Euro) Museumseintritt

 

23. August 19:30 Uhr, May-Ayim-Ufer

Auf der Spree zum (Trans-)Atlantik.

Eine diasporische Auseinandersetzung und poetische Lesung mit Chantal-Fleur Sandjon

2009/10 haben wir gemeinsam die Umbenennung des Kreuzberger Gröbenufers in May-Ayim-Ufer feiern können. Von der Gröben, Erbauer des brandenburgischen Kolonialstützpunktes für den Handel mit Versklavten, musste Platz machen für die prominente afrodeutsche Dichterin und Aktivistin May Ayim. Die Poetin Chantal-Fleur Sandjon macht deutlich, warum dieser Wechsel gerecht und nötig war. Sie verwebt May Ayims Texte mit einer Fülle an weiteren Stimmen aus der Diaspora und vom afrikanischen Kontinent. Ein Kanon des Widerstands, der sich kolonial-rassistischer Sprache von Gestern und Heute entgegenstellt.

Ort: Cirkus Schatzinsel, May-Ayim-Ufer 4, 10997 Berlin

Eintritt: frei!