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Eröffnung der ASU-Ausstellung "KAMPF um AFRIKA"

Bebelplatz 1/ Berlin-Mitte

Zeitraum: 18. Juni - 14. Juli 2012, täglich 10-18 Uhr

Eröffnung am 22. Juni 2012 um 18:30 Uhr

Ausstellung Kampf um Afrika

Programm der Eröffnung als PDF

 

Im Anschluss an die Jahrhunderte währende Verschleppung und Versklavung von Afrikanerinnen und Afrikanern nach Amerika  folgte die koloniale Eroberung des afrikanischen Mutterkontinentes. Während einer dreimonatigen Konferenz in Berlin entschied man - jenseits von Afrikanern und rechtmäßigen Landbesitzern - wem der afrikanische Kontinent  gehören sollte. Von 1885 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges standen nach unterschiedlich langen Eroberungs- und Widerstandskämpfen bis zu 85 Prozent des Kontinentes unter Kolonialbesetzung. Neben politischen Handlungsbefugnissen wurden auch die wirtschaftliche Ausrichtung sowie die kulturelle Entfaltung fortan fremdbestimmt.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges, in dem die Befreiung mancher besetzter europäischer Länder wie Frankreich erst durch den Einsatz von Afrikanern möglich wurde, hatte der Wille nach Befreiung  und der Rufe nach einem Ende der kolonialen Knechtschaft eine solche Dynamik erreicht, dass die Kolonialländer nur noch das zu retten versuchten, was es zu retten gab. Diese Phase der Befreiungsbewegungen kulminierte 1960 mit der Dekolonisierung von bis zu 17 Ländern, nachdem zuerst Ghana, dann Guinea den Weg der Dekolonisierung erfolgsreich angebahnt hatten. Bis in die 1980er Jahre folgten weitere Länder.

Fünfzig Jahren nach der Dekolonisierung muss festgestellt werden, dass die Bilanz sehr trübe ausfällt. Die Herausforderungen der ehemaligen Kolonien bleiben gigantisch. Die Folgen von achtzig Jahren Kolonial- und Fremdherrschaft sind tiefgreifend. Der Weg in die politischen Selbstbestimmung und die wirtschaftliche Entfaltung, vor allem in einem globalen Kontext,  bleibt steinig.

Die Herausforderungen des postkolonialen Zeitalters sind nicht nur im afrikanischen Kontinent zu bewältigen, denn auch in der europäischen Diaspora sind die nachhaltigen Effekte der Kolonialgeschichte alltäglich zu registrieren. Das Ende der territorialen Kolonisation ist nicht mit dem Ende der kolonialen Denkstrukturen gleich zu setzen. Als Instrument der Beraubung von Grundrechten der kolonisierten  Menschen- und Völker zeichnete sich die Kolonisation durch die Schaffung von Klischees und Vorurteilen zur Legitimation der Kolonialbestrebungen aus. Die gegenwärtigen Diskriminierungen, eine Folgewirkung von negativen Klischees und Vorurteilen, zeigen, dass seit Ende der Kolonialisierung hierzulande zu wenig gemacht worden ist, um den Abbau der irrationalen Denk- und Handlungsweise zu erreichen. Die demokratische Gesellschaft einer ehemaligen Kolonialmacht hat sich auch diesem gesellschaftlichen Problem konsequent und glaubhaft zu stellen.

Zum Zwecke der Förderung einer demokratischen Antidiskriminierungsgesellschaft bietet die Afrikanische Studenten Union Berlin-Brandenburg die anstehende Ausstellung als Rückblick in die Kolonialgeschichte und als Rahmen für eine kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.

G. Djakou

Afrikanische Akademiker und Studenten Union Berlin-Brandenburg e.V. (ASU)