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FÄLLT AUS: "Fenster zur Welt oder koloniale Trophäenschau? Das Humboldt-Forum in der Diskussion"

FÄLLT AUS:

"Fenster zur Welt oder koloniale Trophäenschau? Das Humboldt-Forum in der Diskussion"

16.12.2014, 18 Uhr, Haus der Kulturen der Welt

Am Dienstag, 16. Dezember 2014 um 18 Uhr treffen sich das Bündnis "No Humboldt 21!" und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum kritischen Dialog über das „größte Kulturprojekt Europas“ (M. Grütters)  - das Humboldt-Forum im Berliner Schloss

Auf dem Podium: Hermann Parzinger (Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Peter Junge (Leiter der Afrika-Abteilung am Ethnologischen Museum Berlin), Grada Kilomba (Psychologin und Autorin) Prince Kum’a Ndumbe III. (Historiker und Begründer von AfricAvenir International, angefragt) und Joshua Kwesi Aikins (Politologe und Aktivist der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland).

Moderation: Nadja Ofuatey-Alazard (Journalistin, Universität Bayreuth)

Anlässlich dieser Veranstaltung erklärt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz:

"In der historischen Mitte Berlins entsteht im Laufe dieses Jahrzehnts ein einzigartiges Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung mit internationaler Ausstrahlung. Es widmet sich dem Dialog zwischen den Kulturen der Welt und richtet den Blick aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf historische wie aktuelle Themen von globaler Relevanz. Im Humboldt-Forum kehren Museen, Bibliothek und Universität an ihren Ursprungsort zurück und entwickeln dort gemeinsam neue Formen eines komplementären Zusammenwirkens. Die Geschichte wird in der Gegenwart lebendig.

Das Humboldt-Forum trägt dazu bei, ein aktuelles Verständnis unserer globalisierten Welt zu vermitteln; es wird Fragen aufwerfen wie auch nach Lösungen suchen. Es gilt dabei auch, ökonomische und ökologische Entwicklungen der Weltgesellschaft deutlich zu machen und zu zeigen, welche Aufgaben für deren Gestaltung vor uns liegen - in Politik, Wirtschaft und Kultur gleichermaßen. Getreu seiner Namensgeber, der Gebrüder Wilhelm und Alexander von Humboldt, soll dieser Ort für ein respektvolles und gleichberechtigtes Zusammenleben der Kulturen und Nationen stehen."

Das Kampagnenbündnis „No Humboldt 21!“ erklärt dazu:

„Mit dem Humboldt-Forum/Berliner Schloss will sich Deutschland als „eine der bedeutendsten Kulturnationen“ inszenieren – und verletzt dabei die Würde und die Rechte von Schwarzen Menschen und People of Colour in allen Teilen der Welt. Der Wiederaufbau des Hohenzollernpalastes rehabilitiert die brandenburgisch-preußischen Kolonialherrscher, die sich am transatlantischen Handel mit Versklavten beteiligt und Deutschlands kolonialen Genozid in Namibia zu verantworten haben. Das Forum glorifiziert Alexander von Humboldt, der mit dem spanischen Kolonialregime kooperierte, versklavte Menschen als Träger und Führer missbrauchte und selbst die bestatteten Überreste von Indigenen stahl.

Diskriminierend wird im Schloss das Leben außerhalb Europas mit historischen Objekten als „das Fremde, das Andere“ inszeniert. Die aufwendige Rückführung der riesigen außereuropäischen Sammlungen ins Zentrum der Stadt legitimiert Preußens massenhafte Aneignung von Kulturgütern und menschlichen Überresten im Zuge der europäischen Kolonisierung der Welt. Wir fordern daher den sofortigen Stopp des Projekts und erwarten von der SPK die Einhaltung der ICOM- und UN-Richtlinien zur proaktiven Rückgabe von zentralen Kulturobjekten und human remains.

Dienstag, 16. Dezember 2014

18 – 20 Uhr

Haus der Kulturen der Welt

Theatersaal

John-Foster-Dulles Allee 10

10557 Berlin

 

Verkehrsverbindungen

S-Bahn Hauptbahnhof (S3, S5, S7, S9, S75)

U-Bahn Bundestag (U 55)

Bus 100 und Bus M 85

 

Fb: https://www.facebook.com/events/902288293117009/?pnref=story