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Internationaler Gedenktag zur Abschaffung der Sklaverei


Denkmal des "Großen Kurfürsten" in Charlottenburg, Detail

Noch immer verschweigt das weiße Berlin, dass Brandenburg-Preußens Herrscher im späten 17. Jahrhundert mindestens 20.000 afrikanische Männer, Frauen und Kinder in die Karibik - und auch an den Berliner Hof verschleppen ließen. Dabei erinnert die diskriminierende Bezeichnung "Mohrenstraße“ bis heute an die erzwungene Präsenz der ersten Schwarzen Berliner_innen vor Ort. Dass der Black Community trotz ihrer anhaltenden Proteste die Umbenennung der Straße und die alternative Ehrung einer afrikanischen Persönlichkeit seit Jahren verweigert wird, macht einmal mehr deutlich, dass Rassismus nicht der Vergangenheit angehört. Mit zwei Sonderveranstaltungen anlässlich des Internationalen Gedenktages zur Abschaffung der Sklaverei verweist Berlin Postkolonial auf ein menschenverachtendes Kapitel der Berliner Geschichte und Gegenwart.

 

M. Biloa Onana "Der Sklavenaufstand auf Haiti" Sa 01.12.         18 Uhr

Rassismus in der deutschen Aufklärung. Das Bild von Schwarzen Menschen im 18. Jahrhundert

Vortrag und Diskussion mit Dr. Marie Biloa Onana, germanistische Literaturwissenschaftlerin und Autorin von „Der Sklavenaufstand von Haiti. Ethnische Differenz und Humanitätsideale in der Literatur des 19. Jahrhunderts“ (Köln 2010).

Ort: Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte, 10405 Berlin, Greifswalder Str. 4

 

 

So 02.12.        13 Uhr

Rereading the Past - Unshackling the Future

Eine performative Gedenktour durch Berlins „M-Straße“

Unser performativer Gang durch die „Mohrenstraße“ mit den afrodeutschen Künstlerinnen Chantal-Fleur Sandjon und Karoline Horstmann sowie mit dem Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins erinnert an das Schicksal der ersten Schwarzen Berliner_innen. Die Gedenktour stellt alternative Namensgeber_innen für die Straße vor, wie zum Beispiel den Anfang des 18. Jahrhunderts als Kind aus Ghana verschleppten Anton Wilhelm Amo, der sich als Universitätsdozent in Wittenberg, Halle und Jena kritisch mit der Rechtslage Schwarzer Menschen in Europa auseinandersetzte. Wir laden ein zu einer Intervention, die Poesie und Geschichte für einen neuen Blick auf die Gegenwart und eine mögliche, respektvollere Zukunft mobilisiert.

Treffpunkt: Eingang Bundesministerium der Justiz, 10117 Berlin, Mohrenstraße 37

Teilnahme: frei!

 

Kwesi Aikins mit Herero- und Namadelegierten